Unternehmen stehen im Zuge der Industrie 4.0 vor der Herausforderung, ihre Produktion mit neuen Technologien auszurüsten und ihre Organisation sowie die Qualifikation ihrer Mitarbeiter entsprechend anzupassen.

Im Verbundprojekt ADAPTION forscht das Festo Lernzentrum gemeinsam mit weiteren Partnern daran, wie insbesondere Klein- und Mittelbetriebe durch geeignete Unterstützung befähigt werden, ihre individuelle Industrie-4.0-Vision zu entwickeln und umzusetzen.

Zunächst wird die Ausgangssituation im Betrieb erfasst, um die individuellen Potentiale an Industrie 4.0 zu verorten. Um den Grad der Komplexität überschaubar zu halten, werden in Abgrenzung zu anderen Analyseverfahren, wie beispielsweise der Industrie 4.0 Werkzeugkasten des VDMA oder die Betriebslandkarte der IG Metall, Schritt für Schritt einzelne Unternehmensteilbereiche analysiert. Hierbei liegt ein ganzheitlicher Ansatz der betrieblichen Dimensionen Technik, Organisation und Personal zugrunde. Auch richtet sich der Blick ausschließlich auf den eigenen Reifegrad. Ein Vergleich mit anderen Unternehmen im Sinne einer Benchmark Studie spielt hierbei keine Rolle.Der individuelle Zielreifegrad wird nach Nutzen und Wirtschaftlichkeit festgelegt. Zur Sollerreichung werden gezielte Maßnahmen abgeleitet und die Mitarbeiter den technischen und organisatorischen Neuerungen entsprechend eingewiesen und, falls erforderlich, qualifiziert.

Die beschriebenen Schritte (Industrie 4.0 Audit, Festlegung des Soll-Zustandes bzw. der Reifegrade, Umsetzung) werden bei den Unternehmen zyklisch durchgeführt, bis der jeweils angestrebte Zustand erreicht ist. Dieser wirtschaftlich sinnvolle Zielreifegrad kann sich im Laufe der Zeit verändern, zum Beispiel aufgrund neuer Technologien.

Zur praktischen Umsetzung wird den Betrieben ein interaktives Softwaretool zur Verfügung gestellt. Dieses ermöglicht eine verteilte Erfassung des Ist-Zustands durch mehrere Personen im Unternehmen und unterstützt bei der Ableitung und Umsetzung der erforderlichen Maßnahmen zur Erreichung des individuellen Zielzustands.

Der Pilotbereich bei dem Anwendungspartner Festo ist gekennzeichnet durch kurzfristige und individuelle Aufträge mit sehr kleinen Losgrößen, welche unmittelbar eingeplant werden müssen, um den Kundenanforderungen gerecht zu werden. Die Anforderungen an Planungs- und Steuerungssysteme sowie bedarfsgerechte und entscheidungsrelevante Daten sind entsprechend hoch. Erforderlich sind durchgängig vernetzte Produktionsanlagen und Systeme, die den benötigten Informationsaustausch und Steuerungsprozess gewährleisten.

Die weiteren Anwendungspartner im Projekt stehen vor ähnlichen Herausforderungen, nicht zuletzt da alle drei Unternehmen als Zulieferer im Wertschöpfungsnetzwerk von Festo verankert sind:

  • Bernhard & Reiner GmbH, ein Unternehmen für Zerspanung von Kleinteilen, insbesondere bei Sonderanfertigung
  • Jacobi Eloxal GmbH, ein Spezialist der Oberflächenveredelung im Eloxieren von Alu-Kleinteilen
  • Georg Zwetsch GmbH mit Kernkompetenz in der Zerspanung und als Systemlieferant für flexible Kundenlösungen.

Die bisher durchgeführten Audits verdeutlichten immer wieder die Notwendigkeit effektiver Informations- und Datenflüsse sowie verbesserter Schnittstellen, auch über die Unternehmensgrenzen hinaus, um die Planungs- und Prozesssicherheit zu optimieren, Engpässe zu minimieren und letztlich den Lieferanten eine höhere Auftragsplanung zu ermöglichen.

ADAPTION wird im Rahmen der Fördermaßnahme „Industrie 4.0 – Forschung auf den betrieblichen Hallenboden“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert und läuft noch bis Ende 2018.

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